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Spieltag 10, Sonntag, 18.10.2026, 12.30 Uhr: TV Straßdorf II – SVH 0:2 (0:2) Ehe wir zum Spiel kommen, muss ich erst mal was über das Geländer in Straßdorf schreiben. Ich habe ja schon des Öfteren über Geländer geschrieben und manch einer kann es vielleicht schon nicht mehr hören, aber über das Straßdorfer Geländer muss ich dann doch was sagen. Das geht nämlich gar nicht. Das Ding ist so niedrig, dass ich mich, als ich mich mit den Ellenbogen darauf abgestützt habe, Aug in Aug einer Ameise gegenübersah. Hätte sie ihre Zunge rausgestreckt, hätte ich ihr einen Zungenkuss geben können, so nah war die. Aber das nur mal so am Rande. Jetzt geht’s zum Spiel. So kann's gehen. Straßdorf hatte im Spiel ca. 80 % Ballbesitz, aber gebracht hat ihnen das nicht gerade viel, wie man am Ergebnis sieht. War die erste Hälfte noch einigermaßen ausgeglichen, so 40 zu 66 %, so war die zweite Halbzeit ein 85%iger Sturmlauf der Platzherren Richtung SVH-Tor. Echte Chancen konnten sie sich aber trotzdem nicht erspielen. Wir hielten mit Kampf und Kontern dagegen und zauberten sogar einige Spielzüge auf den Rasen, die richtig nach richtigem Fußball aussahen. Kamen wir vor deren Tor, war es immer gefährlich und das Beste: Alle Torraumszenen waren richtig gut herausgespielt. Betonung auf „gespielt“. Nicht erstolpert, erwürgt oder erzwungen, nein, ERSPIELT. Hätten wir unsere, zugegebenermaßen, überschaubaren Chancen genutzt, hätten wir auch 4–5 Tore erzielen können, aber wir waren vor der Kiste nicht abgezockt genug. Noch weniger abgezockt waren aber die Gastgeber, die sich während des Spiels eigentlich keine wirklich nennenswerte Großchance herausspielen konnten. Sie probierten es mit hohen Bällen in den Strafraum. Wir hielten unsere Rüben hin (Sommer klagte nach dem Spiel über eine weiche Birne). Sie probierten es mit Schüssen aus der Distanz und Nahdistanz. Wir hielten unsere Gräten dazwischen. Und alles, was dann doch irgendwie durch unser Bollwerk kam, machte unser gut aufgelegter Keeper Cetinkaya zunichte. Die Straßdorfer hofften und rannten, wir hofften und bangten. Aber was sang Klaus Lage: „Tausendmal probiert, tausendmal ist nichts passiert“, brachten wir das Spiel über die Zeit. Das erste Tor erzielte Seemann bereits in der 4. Minute, der somit Wiedergutmachung leistete, nachdem er im letzten Spiel bei einem Elfer den Ball in die Erdumlaufbahn statt ins Tor getreten hatte. So 20 m vor dem Tor bekam er den Ball, ließ ihn butterweich an seiner Brust abtropfen und zog mit seinem linken Fuß ab. Der Ball flog unhaltbar ins rechte Eck und wir führten 0:1. Die Gastgeber rannten an, wir konterten. Beim 0:2 ging Riedle auf dem linken Flügel ab wie ein Zäpfchen, zog in den Strafraum und legte auf. Es folgte ein Gewurschtel und keiner wusste so recht, wo sich der Ball befand. Ein Querschläger der Straßdorfer Abwehr kam dann schließlich zu Gussmann, der nur noch seinen Fuß hinhalten musste. Danach wusste jeder, wo sich die Kugel befand. Richtig, im Tor. 0:2 kurz vor der Halbzeit. Apropos Riedle. Ich lobe ja nicht so oft einzelne Spieler, aber was der heute abgeliefert hat, war erste Sahne. Er lief über den ganzen Platz wie der Duracellhase. Mir tat schon beim Zuschauen die Lunge weh. Was der heute in einem Spiel gelaufen ist, so viel bin ich früher in zehn Spielen nicht gelaufen und stand trotzdem bei jedem Spiel kurz vor einem Lungenkollaps. Davor hatte er auch noch in der Reserve 60 Minuten als Torwart auf dem Platz gestanden. Hut ab. Ein Lob auch an Peter Schwarzkopf. Er hatte einen Cut am Auge und spielte tapfer weiter, obwohl das Auge zuschwoll. Er dachte sich wohl, dass er mal ein Auge riskieren konnte. Frei nach dem Motto der ARD: „Mit dem Ersten sieht man besser“. Wenigstens muss er sich morgen nicht schminken. Das Auge leuchtet dann bestimmt in allen Farben des Regenbogens. Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, er schminkt sich. Das tut er nicht. Aber wenn er sich schminken wollen würde … Ääh, ich höre jetzt besser auf, ehe ich versehentlich Gerüchte in Umlauf bringe, die mich bis ans Lebensende verfolgen könnten. In der zweiten Hälfte spielte dann nur noch der Gastgeber. Wir kamen kaum aus unserer Hälfte raus und wenn wir den Ball mal bekamen, war er auch gleich schon wieder weg. Die wenigen Entlastungsangriffe, die wir fuhren, kann man an einer Hand abzählen. Wenn wir aber fuhren, dann gaben wir richtig Gas. Seemann hatte eine Riesenchance, als er seinen Gegenspieler austanzte und so alt aussehen ließ, dass Methusalem dagegen wie ein frischgeschlüpftes Küken aussieht. Alle wollten schon Tor schreien, aber irgendwie konnte der Keeper den Ball noch abwehren. Danach wieder das gleiche Spiel. Straßdorf rannte, Hussenhofen bangte. Wir verfuhren nach dem Motto: „Bend but don’t break.“ Auf gut Deutsch: Haltet Stand. Und wir hielten. Wir brachten das Spiel über die Zeit und standen am Ende als Sieger da. Wir betrieben erfolgreich Wiedergutmachung für das maue Spiel gegen Lindach. Für Straßdorf galt heute: Manchmal hat man eben kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Für uns: Kleinvieh macht auch Mist. Hut ab, Jungs. Eine ganz starke geschlossene, kämpferische und manchmal auch spielerische Leistung. So, das war die Erste, jetzt muss ich noch kurz was zur Zweiten sagen. Die haben zwar verloren, aber wenn wir uns ansehen, wer alles auflief, dann haben sie sich doch ganz wacker geschlagen. Wenn man bedenkt, dass unsere Abwehr zusammen beinahe 200 Jahre auf dem Buckel hatte, da sieht das Ergebnis von 3:2 doch ganz gut aus. Die drei kampferprobten Recken, Maik „der alte Ossi“ Brauns, Ecki „das alte Kopfballungeheuer“ Schwarzkopf und Christian „der alte Hägi“ Hägele, stellten 75 % der Abwehr. Dazu noch der krasse Außenseiter Pascal „der junge Hüpfer“ Sachsenmaier. Der kam sich da bestimmt gänzlich fehl am Platze vor. Es sah aus, als sei ein Enkel zu Besuch bei Opa im Altersheim. So, das war es dann für heute. Am Sonntag kommt Spraitbach II, da wollen wir natürlich den nächsten Dreier einfahren. Tiere: Duracellhase, der: ein antiker Werbehase, der wegen seiner langen Ausdauer rammeln kann wie ein Karnickel. Oder kann er trommeln? Bin mir nicht mehr sicher, ist schon ne Weile her. Tore: 0:1 Seemann (4), 0:2 Gussmann (40). Aufstellung: I. Retter-Cetinkaya, M. Krampfer-Cetinkaya, Birne-Sommer, Abschlag-Dimoski, Kämpfer-Grözinger, Kämpfer-Robinson, Kämpfer Altrichter, Tor-Gussmann, Einauge-Schwarzkopf, Tor-Seemann, Duracell-Riedle, Ersatz-Zonaras, Ersatz-Hägele, Ersatz-Platau. Vorschau: Sonntag, 25.10.2026, 15 Uhr: SVH – FC Spraitbach II. Reserve spielfrei. (AB)
4 - 2 - 3